01Was ist L-Histidin?
L-Histidin zählt gemeinsam mit Arginin und Lysin zu den basischen Aminosäuren. Weil dein Körper einen Teil davon selbst bilden kann, gilt Histidin als semi-essenziell – den restlichen Bedarf deckst du über die Ernährung. Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine aufgebaut werden, und übernehmen im Körper zahlreiche spezifische Aufgaben, die über den reinen Baustoff-Charakter hinausgehen.
02Woher stammt L-Histidin?
Für Nahrungsergänzungsmittel wird L-Histidin heute in der Regel durch Fermentation mit Mikroorganismen gewonnen und anschliessend gereinigt und kristallisiert. In Lebensmitteln steckt Histidin vor allem in eiweissreichen tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten, in kleineren Mengen aber auch in Sojabohnen, Erdnüssen und Weizenkeimen.
03Rolle im Körper
Histidin ist an der Synthese von Hämoglobin beteiligt, dem Farbstoff, der Sauerstoff in den roten Blutkörperchen transportiert. Ausserdem dient Histidin als direkter Vorläufer für die Bildung von Histamin, das im Körper unter anderem bei Immunreaktionen eine Rolle spielt. Studien deuten darauf hin, dass Histidin die Aufnahme von Zink unterstützen kann – die beiden werden deshalb häufig gemeinsam betrachtet.
04Einnahme & Kombination
L-Histidin wird üblicherweise über den Tag verteilt oder als Einzeldosis eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Wegen der möglichen Wechselwirkung bei der Zinkaufnahme lohnt sich eine Kombination mit einem zinkhaltigen Präparat, sofern dein individueller Bedarf das vorsieht.
05Tagesbedarf über die Nahrung
Wer regelmässig eiweissreiche Lebensmittel isst, nimmt üblicherweise ausreichend Histidin auf. Rindfleisch, Hähnchenbrust und Lachs liefern pro 100 g bereits mehrere hundert Milligramm, auch Eier, Vollkornprodukte und Nüsse tragen zur Versorgung bei.
- ca. 100 g Hähnchenbrustfilet, roh
- ca. 100 g Lachs, roh
- ca. 100 g Rindfleisch, roh
- ca. 150 g Weizenkeime, getrocknet
06Gut zu wissen
Zur Studienlage rund um L-Histidin gibt es umfangreiche Forschung, unter anderem zur Wechselwirkung mit Zink und zur Rolle im Eiweissstoffwechsel. Bei bestehenden Erkrankungen oder in der Schwangerschaft besprichst du eine Supplementierung am besten vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=L-histidin&filter=years.2010-2021&sort=date